Kreative Auszeit

Kreative Auszeit

Als ich vergass was ich noch alles tun wollte.

Zurück aus einer 5-wöchigen Auszeit, klingen die Erlebnisse spürbar nach- auch wenn ich gerne wieder im alltäglichen Allerlei bin.

Es begann im Kloster

Malen in der Stille, in einem Kloster mit ein paar gleichgesinnten Frauen und einer Gemeinschaft die ihr sein auf eine wunderbare Art lebt. Der gemeinsame Wunsch nach einer Auszeit, malen in der Stille mit ein paar Frauen. An einem aussergewöhnlichen Ort, ohne grossen Schnick-Schnack. Diese Zeit im Kloster hat ihre Spuren hinterlassen, weil es wohltuend war. Die Stille wird neu geschätzt, bei sich sein im Miteinander bekam eine neue Dimension. Ja dieses Malen in der Stille hat schon etwas ganz Besonderes.

Auf nach Gomera, der Vulkan-Insel

Schon bald darauf ging es weiter nach Gomera, eine der kanarischen Inseln. Geplant war eine intensive kreative Auszeit- weit gefehlt.
Direkt am Meer, wie ungewohnt und doch auch aufregend. Einfach den Wellen zuzuschauen, einfach sein. Es faszinierte mich. Das tanzen der Sonnenstrahlen auf dem Wasser, nachts die Sterne zum Wellengeplätscher.

Ich wollte ja viel zeichnen, doch plötzlich war da keine Eile mehr, kein Ehrgeiz etwas zu tun, Denn ich hatte vergessen was ich alles noch tun wollte. Diese Kraft der Natur verfehlte nicht ihre Wirkung. Das Spiel vom Wind und dem Wasser, der Sonne und den Gezeiten.
Wie müde ich jedoch wirklich war, hat sich bald gezeigt, ein Grund zu faulenzen. Kein «ich sollte, ich könnte oder gar ich müsste». Was für eine Befreiung!

Erholen durch fotografieren?

Nach Tagen erwachten die Lebensgeister, und ich beobachtete die Natur genauer. Fotografieren ist ein hervorragendes Mittel dazu, ich liebe es. Es schärft den Blick. Immer wieder das gleiche und doch immer wieder anders.
Was für ein Geschenk diese Insel La Gomera etwas näher kennen zu lernen. Ursprünglich ein Vulkan, nun ein ganz spezieller Kraftort.
Mit dem «einfach sein» kam auch wieder die Klarheit, Erkenntnisse und vor allem viele neue Ideen. Doch ich hatte immer noch vergessen was ich alles tun wollte, es hatte an Bedeutung verloren.

 

Entspannt aktiv und offen für Neues

Ich begann zu schreiben, Gedanken, Botschaften, Erkenntnisse, Ideen usw. Ich mag es zu schreiben- einfach so für mich. Schreiben bringt mir Klarheit in den Gedanken, es wird leichter eine Struktur zu finden.
Die Begegnung und die Gespräche mit der Insel-Poetin war eine weitere wunderbare Erfahrung. Durch sie, die mit La Gomera verwurzelt ist, lernte ich die Insel von einer ganz anderen Seite kennen. Sie zeigte mir einer der schönsten Kraftorte, das verweilen dort gab mir nochmals neue Einsichten und Erkenntnisse. Was für ein Glück!
Noch mehr Klarheit, stärker in Verbindung mit mir und der Essenz. Die eigene Essenz zu erkennen ist als ob dieser göttliche Samen aufbricht um zu wachsen und sich zu entfalten.

Wenig gemalt doch viel erkannt.

Auch wenn ich nicht zum Zeichnen und Malen kam, hat es mir doch die Bedeutung des kreativen Ausdruckes gezeigt. Gedanken, Gefühle, die eigene Weisheit sichtbar aufs Papier zu bringen. Die Grenzen zu sprengen und die innere Fülle sichtbar zu machen. Das auch andern zu zeigen ist mein Weg.
Irgendwann wurde es Zeit heim zu gehen- es war ok, denn ich hatte so viel bekommen und war erholt. Um dann zu erkennen, wie stark mein Kraftort ist, der Kraftort in mir drin.

Was für ein Glück das ich vergass was ich alles tun wollte, so war ich frei das zu tun was in diesem Moment einfach wichtig war. Einfach mal zu sein.

Beatrice Hinder, Künstlerin und Kreativ-Mentorin